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| Der Himmel am frühen Abend. |
Am Dienstag war ich schon morgens im Garten, um vertrocknete Stauden samt Wurzeln auszugraben. Es macht keinen Sinn, auf Biegen und Brechen Phlox und Waldhortensien zu kultivieren, wenn sie alljährlich im Sommer vertrocknen. Bei der extremen Hitze in diesem Sommer half häufiges Gießen kaum, denn die Sonne brannte unerbittlich vom Himmel und versengte die Pflanzen.
Die gesamte hintere Gartenecke wird neu gestaltet. Dafür werde ich alle Pflanzen heraus nehmen und den Boden lockern. Dann säe ich heimische Wildblumen aus, die ohne meine Hilfe auch in den trockenen Sommern zurechtkommen werden.
Beim Graben fand ich eine hübsche Raupe mit braunroten Haaren. Sie wurde vorsichtig auf einen Glastisch gelegt, fotografiert und dann an einer anderen Stelle im Garten wieder ausgesetzt. Diese Raupe wird ein Gelber Fleckleibbär (Spilosoma lutea), auch Gelbe Tigermotte genannt, ein nachtaktiver Schmetterling.
Als ich erschöpft vom vielen Graben am Tisch saß und ausruhen wollte, ließ sich eine Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus) auf dem Deckel meiner Wasserflasche nieder und trank ein Tröpfchen Mineralwasser. Sie wurde im Jahr 2004 zum 'Insekt des Jahres' ernannt und wird auch als Gemeine Winterschwebfliege bezeichnet.
An der Minze sitzen viele kleine, leuchtend blaue Käferchen. Es sind Himmelblaue Blattkäfer (Chrysolina coerulans), die sich an den Minzblättern gütlich tun und sich dabei fleißig vermehren.
An den noch verbliebenen Minzebüten saß eine Seidenbiene (Colletes), um Nektar zu trinken. Diese hübsche Wildbiene ähnelt im Aussehen einer Honigbiene, lebt aber solitär und nistet im Erdboden.
Wenn man die Minze im Sommer kräftig zurück schneidet, dann bilden sich neue Triebe und sie blüht zum Ende des Sommers erneut.
Am Nachmittag entdeckte ich einen braunen Schmetterling, der an den Blüten des Teufelsabbiss Nektar trank. Es gelang mir leider keine gute Aufnahme, weil er nicht lange genug still sitzen wollte.
Erst als er am Zaungitter in der Sonne eine Pause machte, konnte ich ihn im Bild festhalten. Es ist ein Braunauge (Lassiommata maera), ein Tagfalter der auf der Vorwarnliste der Roten Liste bedrohter Arten steht.
Er lebt normalerweise an Waldrändern, auf Lichtungen und steinigen Wiesen oder Geröllfeldern. Wie schön, dass er unseren Garten besuchte!
Nachdem er sich mit Nektar gestärkt und in der Sonne ausgeruht hatte, zog er weiter.
Der Höhepunkt aber war, als ich bei dem Gelben Krätzkraut Ordnung schaffen wollte und verblühte Zweige abschnitt. Es breitet sich flächig aus und ich versuche es in Zaum zu halten. Zwischen den Zweigen einer niedrigen Herbstaster, die im Gestrüpp des Krätzkrautes zu überleben versucht, saß ein grünes Insekt.
Die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Ihr Name Mantis bedeutet 'Seherin' oder auch 'Wahrsagerin' und sie wurde schon von den alten Ägyptern und Römern verehrt.
Vor 10.000 Jahren aus Afrika nach Europa eingewandert, erobert sie sich, dank der Erderwärmung, vom Mittelmeerraum aus einen immer größeren Lebenskreis.
'Mein' Exemplar ist ein Weibchen, das man an dem prallen Leib erkennt, der mit Eiern gefüllt ist. Sie kann dann kaum noch fliegen und sucht sich einen Platz zum ablaichen. Ca. 200 bis 300 Eier werden in der sogeannten Oothek (schaumiges Eipaket) an Pflanzenstängeln oder an Steinen abgelegt.
Da diese Fangschrecke in Deutschland aufgrund der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt ist, darf sie weder gefangen noch gehalten werden. Ich habe sie einfach in Ruhe gelassen und an diesem Tag auf weitere Rückschnitte in ihrer Umgebung verzichtet.
Vielleicht legt sie in unserem Garten ihre Eier ab, das wäre wirklich eine tolle Sache.
An solchen Tagen weiß ich, dass es richtig ist, meinen Garten auf Pflanzen umzustellen, die besser mit der sommerlichen Trockenheit zurecht kommen und nach Möglichkeit noch dazu heimisch sind, denn sie locken auch zum Ende des Sommers noch zahlreiche Insekten an.
Kommt alle gut ins Wochende.
Liebe Grüße aus dem Garten der Pfälzerin 🦗










Am Freitag war es nicht möglich, bei Blogger zu kommentieren. Falls jemand einen Kommentar hinterlassen hat, so ist er leider auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Meine Texte für Eure Blogs sind auch weg. Angeblich soll nun alles wieder funktionieren.
AntwortenLöschenLG Ingrid
Klar, Deine Entscheidung ist zeitgemäß!!! 👍🏻👍🏻 Und über die tollen tierischen Begegnungen kann man sich auch nur ganz doll freuen! 😍🍀👍🏻 Tigermotte, hihi. 😁 Gottesanbeterinnen hatte ich auch schon gesehen, das ist sooo beglückend, ich verstehe das gut. Viel Freude weiterhin beim Wühlen!
AntwortenLöschenLiebgruß
Tiger
🐯
Wühlen ist gut, ich arbeite mich durch einen staubtrockenen Boden. Die Wurzeln gehen raus, ohne das Erde daran haftet. So haben die Pflanzen keine Chance, dauerhaft gut zu wachsen.
LöschenAn meinen tierischen Besuchern habe ich viel Freude.
LG Ingrid
Das Kommentieren klappt zwar wieder, wassen Glück (!), aber die Blogroll spinnt immer noch. Dein heutiger Beitrag wurde von mir auch nur deshalb gefunden weil ich auf Deine Hauptaddi gegangen bin. Naja, so isses. Meine Beiträge erscheinen ebenfalls nicht zeitnah in der roll. Irgendwann, wenn der Markt schon verlaufen ist 😖😵, dann taucht der Titel endlich auf. 😡Meist ist dann aber bereits der _neuere_ Beitrag schon on! 🙄🤪😕
AntwortenLöschenDieses Problem mit der Blogroll besteht schon länger. Ich habe mir angewöhnt, stets den Hauptblock anzuklicken und zu schauen, was es Neues gibt. Allerdings schaffe ich es aus zeitlichen Gründen nicht, alle Blogs täglich zu besuchen. Jedoch ein- bis zweimal die Woche komme ich schon vorbei.
LöschenLG Ingrid
Genauso isses, und genauso mach ich's ja ebenfalls! 😁👍🏻
Löschen😍🙋🏻♀️
Das hast du wirklich gut gemacht und weiter so ackerst um nächstes Jahr noch besser alles hast für die Insekten und Vögel!
AntwortenLöschenWas du alles ziegst wundervoll deine Fotos , herrlich so einen Garten zugestalten so Naturbewusst und e shat sich gelohnt jetzt schon.
Schönen Sonntag wünsche ich dir1
Lieben Gruss Elke
Ich bin dabei, den gesamten Garten umzukrempeln. Alle Pflanzen, die mit der Trockenheit nicht zurechtkommen, sind auf dem Prüfstand.
LöschenLG Ingrid
Gottesanbeterinnen habe ich dieses Jahr (wahrscheinlich durch die Hitze) so viele in Freiburg gesehen, wie noch nie. Heute und morgen soll es nochmal gut sommerlich warm werden. Dann hält hoffentlich der Herbst einzug. Mit deinem Garten machst du wirklich alles richtig. Das sieht man auch an der tierischen Vielfalt, die du hier regelmäßig zeigst.
AntwortenLöschenIch mache im Garten täglich neue Entdeckungen und genau dafür pflege ich ihn.
LöschenLG Ingrid